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Baubericht mit Gleisplan
Hallo, ich bin 1963 geboren und komme aus Oberfranken. Modellbau betreibe ich seit meiner Kindheit. Angefangen hat es mit Plastikmodellbau Ende der 60-Jahre. Etwas später fing ich mit Freiflugmodellbau, den "Kleinen Uhu" (viele von euch werden dieses Modell kennen)an. Zwischen durch bekam ich dann auf Weihnachten eine Modellbahnstartpackung von meinen Eltern geschenkt. Modelleisenbahn wurde nur im Winter auf den Fußboden betrieben.
Im Sommer hatte ich ja die Flugmodelle. Mitte der 70-Jahre bekam ich meine erste Fernsteuerung und den Fernlenkflug stand nichts mehr im Wege.

Ende der 70-Jahre baute ich dann meine erste stationäre Modellbahnanlage in Wechselstrom im Maßstab H0. Ca.200 cm x 100 cm. Zwei Kreise mit vier Weichen einen Geländegrasteppich und ein paar Häuschen. Das konnte aber auf dauer nicht befriedigen und so wurde diese Anlage von meinen Bruder und mir als Rennstrecke zweckentfremdet. Einige Zeit später landete das Gute Stück auf den Dachboden. Ich glaube sie liegt heute noch da.

1983 versucht ich dann einen Neubau im Spurgröße N Maßstab 1:160. Man konnte zwar in N-Spur eine großzügige Gleisstrecke verlegen aber die Modelle waren für mich zu klein so das ich nach einen Jahr Bauzeit das Projekt aufgegeben habe.

Im Jahr 2001 sollt ich für mein Patenkind ein Weihnachtsgeschenck besorgen. Was kauft man einnen 7-jährigen, natürlich eine Modellbahnstartpackung. Gesagt-getan. Als diese Packung vor mir lag und ich sie so begutachtete bekam ich den Gedanken nicht mehr los diese aus zu probieren. Ich war so begeistert das ich diese Packung für mich selbst behielt und noch einen weiter für meinen Paten besorgen mußte. Darauf hin entstand in 3-jahriger Arbeit ein sehr schöne H0-Modellbahnanlage, diesmal aber in Gleichstrom. Aber wie es kommen mußte waren mir die Fahrstrecken wieder zu kurz.

Als ich eines Tages aus Langeweile meinen Modellbahnhändler besuchte, sah im im Schaufenster ein Startpackung mit einer Diesellok der BR 216 und war sofort von dieser mir nicht bekannten Spur begeistert. Ja man könnte sagen Liebe auf den ersten Blick. Beim nachfragen nach dieser Spurweite teilte mir mein Händler mit das es sich um die Spurweite TT Maßstab 1:120 handelt.
Ich nahm gleich eine Startpackung mit nach Hause und bin bis heute total begeistert. Nach längeren Planen fing ich dann mit den Bau der hier beschriebenen Anlage an.

Größe der Anlage und Unterbau

Bei dieser Anlage handelt es sich um eine L-Anlage. Wieso L werden sich jetzt einige fragen. Ganz einfach, die Grundplatte hat die form eines L. Die Länge beträgt 300 cm, die Breite 140cm an der schmalen Seite und 200 cm an der langen Seite.

Der Unterbau   besteht aus Fichtenkantholz 10x2cm. Mit Holzleisten 8x2cm wurden noch Verstrebungen in den Unterbau eingearbeitet. Darauf wurde dann eine 10mm starke Sperrholzplatte geleimt. Daraus entstand eine verwindungsfreie Anlagengrundplatte an der 6 Beine aus Holz (ca.75cm lang) angeschraubt wurden.Da jetzt der Unterbau fertig ist geht es jetzt und die Gleise.

Jetzt werden die Gleise laut Plan auf der Platte verlegt. Liegen alle Gleise und Weichen werden diese mit einen Stift auf die Platte übertragen und anschließend mit der Stichsäge ausgesägt. Die so entstehenden Trassen kann man mit Holzklötzen unterbauen so das so Auffahrten und Täler entstehen. Der Zwischenraum der entsteht wird mit Alufliegengitter überspannt und anschließend mit einen Fertigputz auf Gipsbasis überzogen. Sie können mir glauben das geht leichter als man denkt. Man kann ihn mit der Spachtel oder etwas flüssiger angemacht auch mit den Pinsel auftragen. Aber bitte vorsichtig damit die Schienen und die Weichen nicht verschmutzt werden. Am besten man deckt diese mit einen Klebeband wie es die Maler benutzen ab.   Doch bevor sie den Putz auftragen müssen sie wissen wohin sie ihre Häuser stellen und Straßen anlegen denn da müssen sie Platz lassen. Ist der Putz gut durchgetrocknet kommen wir zum begrünen.

Begrünen

Ich nehme für die Grasfasern ein Gemisch aus 50% Dispersion Wandfarbe   in Braun,10%Wasser, 30% Tapetenkleister und 10% Weißleim. Dann Streiche ich ein Stück ca.30x30cm damit ein. Ist dann dieses Gemisch auf der Anlage, streue ich Heki Flor in verschiedenen grünen Farbtönen darüber, nicht deckend, unregelmässig. Damit hat man den Effekt von Unkraut. Wenn ich das gemacht habe, nehme ich für die langen Grasfasern den Noch Grasmeister, den kann man sich im Fachgeschäft kaufen. Manche Geschäfte verleihen ihn auch günstig übers Wochenenden. Für die kurzen Grasfasern benutzt ich eine einfache Plastikflasche, (z.B. leere Flache mit Haushaltsreiniger) bohre ein 6mm Loch in ihr und fülle sie bis ca. die hälfte mit der Fasern. Durch kräftiges und schnelles drücken auf der Flasche schießen diese Fasern durch das Loch und laden sich dadurch elektrostatisch   auf und kommen dabei in den Leimgemisch zum stehen.Machen sie weiter bis sie vom Leimgemisch nichts mehr sehen.
Hiebei gilt aber auch "probieren geht über studieren".
Lassen sie das ganze am besten ein, zwei Tage trocknen. Nehmen sie einen Staubsauger, noch besser Handstaubsauger und saugen sie das ganze wieder ab. Beim Handstaubsauger spannen sie ein Stück von einen alten Nylon Strumpf über das Saugrohr, so können sie das abgesaugte Material wieder verwenden. Sie werden sehen wie weit man dann mit einen Beutel Fasern kommt. Sehr, sehr weit.
Haben sie ihre Anlage fertig begrünt, stellen sie ihre Bäume,Sträucher, Häuser , Figuren auf. Sie werden feststellen wie echt ihre Anlage jetzt aussieht. Schauen sie sich in der echten Natur um, und sehen sie wie   vielseitig sie ist. Es gibt die unterschiedlichsten Grüntöne in der Natur, mischen sie selbst ihre eigenes Wiesengrün zusammen. Falsch gemischt gibt es nicht, nur ein einziges Grün wäre falsch. Probieren sie so lange bis sie selbst mit ihren Ergebnis zu Frieden sind. Straßen können sie mit   Straßenfarbe die es im Modellbaufachgeschäft gibt aufmalen. Wenn sie sich das aufmalen nicht zutrauen gibt es auch Straßen zum aufkleben. Ich hoffe das ich ihnen ein wenig mit dieser Kurzbeschreibung zum Anlagenbau geholfen habe. Haben sie noch viel Spaß mit ihren Zügen   und ihrer selbst gebauten Modellbahnanlage.
Hier sehen sie den Plan ohne Schattenbahnhof, so wie er zu 80 Prozent umgesetzt worden ist. Bei meiner Anlage wurden z.B. fast keine Radiengleise eingestzt weil sonst der ganze Gleisverlauf vom optischen zu steif aufgesehen hätte. Ich verwendete statt dessen Flexgleise aus den selbstbauprogramm von Tillig. Sie sind leichter zu bauen und zu verlegen wie man vorher glaubt.

Und nun an die Arbeit und zu viel Spaß!